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Stadt Ahlen distanziert sich von Thilo Sarrazin

Ende November ist Thilo Sarrazin, der Autor des umstrittenen Buches „Deutschland schafft sich ab“, in Ahlen. Er beschäftigt sich in seinem Buch mit Armut und Ungleichheit, Arbeit und Bildung, Demografie und Integration. Dabei entwickelt der Autor düstere Zukunftsprognosen und benennt vermeintlich Schuldige. Besonders seine negative Sicht auf Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und muslimischen Glaubens erhitzt die Gemüter. Nach Auffassung der Stadtverwaltung ist es sehr unglücklich, Sarrazin und seinen provokanten Thesen in Ahlen eine Plattform zu bieten. Offensichtlich nimmt er die positive Integrationsdynamik, wie sie in der Stadt Ahlen besteht, nicht wahr und beschreibt teilweise nur die Vergangenheit.


Foto: Nina Gerlach / Lizenz: http://de.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons

„In Ahlen sind wir schon weiter und arbeiten Seite an Seite mit den Menschen mit Zuwanderungsgeschichte an der Lösung von Problemen und an der Weiterentwicklung unserer Stadt. Als Grundlage für unsere Einschätzungen haben wir ambitionierte Sozialberichte verfasst, in denen die Situation in Ahlen detailliert beschrieben wird und Lösungen aufgezeigt werden. Wir benötigen deshalb keinen Statistiken von Herrn Sarrazin, um hier in Ahlen unserer Hausaufgaben zu machen. Sarrazin schafft mit seinem Buch ein Klima, welches die Gesellschaft in Gewinner und Verlierer aufteilt. Wir dagegen stellen uns hier vor Ort gemeinsam den Herausforderungen der Zukunft“, so Bürgermeister Benedikt Ruhmöller.

In seiner Lesung in Ahlen, so die Veranstalter, soll Sarrazin nur den Geburtenrückgang, Bildungsdefizite und die Zukunft Deutschlands analysieren, wobei die „Ausländerproblematik“ nicht im Vordergrund stehen werde. Aufgrund der vorhergehenden bundesweiten Diskussion zur Zuwanderung wird eine solche Beschränkung des Buchautors wohl kaum möglich sein. Bei der angeblichen Zielsetzung der Veranstaltung wäre es besser gewesen, einen anderen, qualifizierten Soziologen einzuladen.

„Wir sind in unserer Stadt tolerant, vielfältig, multikulturell und modern. Dazu gehört das Mitwirken aller Menschen, ob mit und ohne Migrationshintergrund. Wir zollen dem Anerkennung, was Zuwanderung zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung unserer Stadt beigetragen hat. Wir wollen fördern und fordern, aber nicht vorverurteilen und Klischees produzieren! Wir wollen unseren Weg der Integration produktiv diskutieren und positiv in die Zukunft blicken. Dies ist mit Sarrazin aus unserer Sicht nicht möglich. Daher nimmt die Stadtverwaltung nicht an der Veranstaltung teil“, so Bürgermeister Ruhmöller abschließend.


21.11.2011
Kategorie: Sonstige Projekte, Aktuelles
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