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Zum Zuckerfest bei Familie Gül
In dieser Woche endete für die Muslime der Ramadanmonat mit dreitägigen Feierlichkeiten, dem sogenannten „Zuckerfest“. Der Name leitet sich von dem guten Essen und den Süßigkeiten, die gemeinsam mit Familie, Freunden und Bekannten verzehrt werden, ab. Als Zeichen der Verbundenheit der Muslime mit der Stadt Ahlen sind Bürgermeister Benedikt Ruhmöller und Daniela Noack vom städtischen Integrationsteam am Mittwoch von der Familie Gül zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen worden.

Eine reich gedeckte Tafel hatte Familie Gül für ihre Gäste (von links: Veli Cubukcu und Daniela Noack - von rechts Dogan Alci und Benedikt Ruhmöller) vorbereitet.
Neben den beiden Gästen der Stadtverwaltung nahmen zudem der Iman der DITIB Moschee, Dogan Alci, und der Vorsitzende der Türkisch-Islamischen-Gemeinde Ahlen, Veli Cubukcu, an diesem herzlichen von Gastfreundschaft geprägten Treffen teil.
Der Bürgermeister verfolgte mit großem Interesse die Schilderungen, wie die Güls persönlich den Ramadan begehen. Familienoberhaupt Azim Gül beispielsweise, 1966 geboren und seit 1972 in Ahlen, arbeitet als Bergmann – zunächst auf der heimischen Zeche Westfalen – und noch auf dem Bergwerk Ost in Hamm. „Unter Tage kann man bei körperlichen Anstrengungen das Fasten aus gesundheitlichen Gründen schwer durchhalten – wenn es aber um die Gesundheit geht, schreibt der Koran das aber auch nicht vor.“
Im Ramadan fasten Muslime dreißig Tage und verzichten in dieser Zeit tagsüber auf Essen und Trinken. Ähnlich dem christlichen Fasten vor Ostern ist der Ramadan eine intensive Zeit des Glaubens, in der es nicht nur um Verzicht geht, sondern auch darum, sich auf die positiven und wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Werte wie Solidarität und ein gemeinsames Streben zum Wohle aller Menschen werden besonders in dieser Zeit groß geschrieben - unabhängig von Herkunft, Nationalität oder Religion. Gerade deshalb sind Begegnungen zwischen den verschiedenen Kulturen im Ramadan eine gute Gelegenheit, sich besser kennen zu lernen. Nicht in allen Kommunen sind diese Begegnungen so gut entwickelt wie in Ahlen, besonders im Ramadan, wo viele Moscheen zum gemeinsamen „Fastenbrechen“ einladen. „Hier in Ahlen wird die Vielfalt der Kulturen als Chance und nicht als Problem gesehen“, stellt Daniela Noack vom Integrationsteam der Stadt Ahlen daher auch erfreut fest.
Der Ramadan ist eine Zeit, in der sich Muslime und Nichtmuslime gegenseitig ihren Respekt in besonderer Weise zeigen können und sollen. Damit könnten auch deutliche Zeichen gesetzt werden gegen Menschen, die undifferenziert Generalvorbehalte gegen den Islam und die Muslime schürten, wie Dogan Alci, der Iman der DITIP Moschee erklärte.
Das gemeinsame Essen im Wohnzimmer der Eheleute Maksude und Azim Gül bot ausreichend Gelegenheit zum lockeren Gedankenaustausch und sorgte auch für ein herzliches Lächeln aller Beteiligten, u.a. als Veli Cubukcu davon berichtete, dass er in der Türkei nicht als „Ausländer“, sondern als „Deutschländer“ bezeichnet wird.
Ein abschließendes Gebet mit dem Iman beendete das gemeinsame Essen, und Benedikt Ruhmöller dankte der Familie Gül für ihre große Gastfreundschaft. Gemeinsam mit Dogan Alci verständigte sich der Bürgermeister auf ein zeitnahes Treffen im Rathaus, um den Kontakt weiter vertiefen zu können.
